Archiv
Jahresbericht der Skulpturhalle Basel für das Jahr 2006
Dr. Tomas Lochman, Leiter der Skulpturhalle
Zentrales Ereignis für die Skulpturhalle war im Jahr 2006 die Neu-Einrichtung der Parthenonskulpturen. Diese neue Dauerpräsentation versteht sich auch als Gedenkausstellung an den im Berichtsjahr verstorbenen ehemaligen Direktor des Antikenmuseum und der Skulpturhalle, Prof. Dr. Ernst Berger (siehe den Nachruf von Direktor Peter Blome). Höhepunkt des Jahres war die Vernissagefeier vor zahlreichem Publikum am 14. November.
Neueinrichtung der Dauerausstellung «Der Parthenon in Basel»
Als im letzen Jahr die Ausstellungsräume im Erdgeschoss infolge der Akquisition der erfolgreichen Sonderaustellung «Bunte Götter» baulich angepasst wurden, mussten die hohen und unbeweglichen Metallgestelle, die in allen drei Abschnitten der Haupthalle die Parthenonreliefs trugen, mitsamt den Abgüssen, auch den Giebelfiguren, im linken Teil der Halle zwischengelagert werden. Damit waren die Parthenonskulpturen – bis auf die Langseitenfriese im Untergeschoss – den Besuchern nicht mehr zugänglich. Da das für das Jahr 2006 beantragte zweite Umbauprojekt (dazu siehe nachfolgenden Abschnitt), das nebst der baulichen Anpassung des Kellergeschosses auch die Neueinrichtung der Parthenonskulpturen vorsah, vom Kanton auf ein Minimum reduziert wurde (nur gerade der Ausbau der Toiletten wurde bewilligt), drohte das Provisorium der eingelagerten Parthenonskulpturen länger als ursprünglich geplant (1 Jahr) zu dauern.
Der Hinschied Ernst Bergers am 24. März hat die Dringlichkeit des Parthenon-Neuprojektes noch deutlicher werden lassen. Denn das von Ernst Berger zwischen 1968 und 1986 realisierte Parthenonprojekt ist nicht nur sein Lebenswerk, sondern auch nach wie vor eine weltweite Einmaligkeit. Direktor Peter Blome und Kommissionspräsidentin Barbara Begelsbacher haben sich darum entschlossen, zu Ehren und in Gedenken an Ernst Berger die Neueinrichtung der Parthenonschau im Berichtsjahr aus den Mitteln der Stiftung für das Antikenmuseum mit einen Kostendach von 100’000 Franken zu finanzieren.
Ausgangspunkt des neuen Ausstellungskonzepts war der zwingende Grundsatzentscheid, alle Parthenonskulpturen, die bis zum Frühjahr 2005 den ganzen Hauptraum beansprucht hatten, flächenmässig auf jenen Drittel der Halle einzuschränken, wo bis dahin allein die Giebelrekonstruktionen standen. Um dies zu bewerkstelligen, wurden die Giebelgruppen Rücken an Rücken in die Mitte des Ganges platziert und mit einer gemeinsamen Hintergrundwand versehen. Die bestehenden Sockel wurden dabei um ca. 40 angehoben, um auf diesen die entsprechenden Metopenreihen der Ost- und Westseite anzubringen zu können. Die Nord- und Südmetopen wurden an die Wand gegenüber dem Westgiebel montiert, der Ost- und Westfries an die hölzerne, für diesen Zweck verstärkte Zwischenwand gegenüber dem Ostgiebel. Unter den Giebeln wurden die Abstände zwischen den Metopen mit den alten Triglyphenimitationen aus Styropor aufgefüllt. Diese Triglyphen wurden, wie auch die neue Rückwand für die Giebel, blau angemalt, während die horizontalen Gesimsstreifen über und unter den Metopen-Triglyphen-Reihen rot abgehoben wurden; dies, um die ursprüngliche Polychromie des Tempels anzudeuten. Durch diese farbenfrohe und komprimierte Ausstellung ist die Übersichtlichkeit der Skulpturen wesentlich verbessert worden. Es ist nun möglich, Giebel, Metopen und Friese fast auf einen Blick zu erfassen, mit dem Tempelmodell zu vergleichen und auf angenehmer Sichthöhe abzuschreiten.
In die diversen Bereiche der neuen Ausstellung führen auf deutsch und französisch verfasste und bebilderte Handouts ein, welche interessierte Besucher mitnehmen können.
Dadurch befindet sich die Skulpturhalle in jenem Zustand, der seit Jahren sehnsüchtig herbeigewünscht wurde: Nunmehr kann die Skulpturhalle sowohl ihre Parthenonskulpturen prominent zeigen, als auch über einen grosszügigen übrigen Sammlungsraum verfügen. Fortan können also selbst umfangreichere Ausstellungen in der Art der «Bunten Götter» problemlos durchgeführt werden. Grosse Menschenansammlungen, z. B. während der Museumsnacht oder Vernissagen, stellen überdies keine unüberwindbaren Herausforderungen an die Logistik und Improvisationsfähigkeit mehr dar.
Die Sonderausstellung «Parthenon und Ruinenromantik – Bilder von Basler Malern des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Berger»
Gleichzeitig mit der neuen Dauerausstellung wurde eine Sonderausstellung von Bildern aus dem Nachlass Ernst und Grazia Bergers eröffnet. Die rund 26 Bilder – Aquarelle, Stiche und Ölbilder – stammen aus dem späten 18. und 19. Jahrhundert und sind vorwiegend Werke von Basler Künstlern wie Birmann, Frey, Horner oder Müller. Sie geben romantische Ansichten antiker Denkmäler aus Griechenland und Rom wieder, darunter auch den Parthenon, aber auch von italienischen Landschaften (Rom und Umgebung, Pompeji, Süditalien). Die Bilder bleiben bis zum 18. Februar 2007 in der Skulpturhalle hängen. Nach Ausstellungsende wird diese ehemalige Privatsammlung nicht wieder zu sehen sein, da die Bilder unter den Erben teils aufgeteilt, teils veräussert werden sollen.
Der Investitionsantrag für bauliche Anpassungen
Der Ende des Jahres 2005 im ED eingereichte Investitionsantrag für eine zweite Tranche der baulichen Anpassungen und Erneuerungen der Skulpturhalle sah vor – nach dem Erdgeschoss, das dank dem Gewinn der legendären Tut-Ausstellung vom Antikenmuseum selbst finanziert werde konnte – nun auch das ganze Untergeschoss als Ausstellungsraum zu optimieren. Voraussetzung hierzu bildet die Verbindung des Untergeschosses mit dem Erdgeschoss über eine breite Treppe (anstelle der «provisorischen» Wendeltreppe), einer Hebebühne sowie mit einem zusätzlichen Fluchtweg. Weiter sah der von Architekt Walter Echarti, Wolfgang Giese und Tomas Lochman ausgearbeitete Antrag die Fortsetzung des im Grossteil des Erdgeschosses bereits erprobten neuen Belichtungssystems, das Ersetzen der über 40jährigen Belüftungsanlage, den Einbau einer Brandschutzanlage sowie den Ausbau der dürftigen Toiletten (inkl. Behinderten-WC) vor. Trotz positiven Echos seitens des ED und BD wurden für das Berichtsjahr vom ganzen Paket aber nur gerade die Sanierung der WCs bewilligt und die übrigen Anträge auf die Nachfolgejahre verlagert.
Die Sanierung der WCs wurde zusammen mit dem Neuaufbau der Parthenonskulpturen, der ja, wie erwähnt, von der Stiftung finanziert wurde, mit dem Beginn der Sommerferien in Angriff genommen. Die Halle blieb hierzu während den Schulferien geschlossen.
Bauführender Architekt war wie beim letztjährigen Umbau, dipl. Architekt Walter Echarti, der, zusammen mit dem Leiter, das Konzept der Neuausstellung der Parthenonskulpturen erarbeitete und die Arbeiten koordinierte und überwachte.
Den Ausbau der Toiletten erledigte die Spenglerei der Gebrüder Ziegler und die Gipserei Häring, die Fixierung der Eisenträger für die Reliefs die Firma Preiswerk und Esser. Die Schreinerarbeiten übernahm die Firma Salathe aus Muttenz, die Malereiarbeiten das bewährte Geschäft Charles Stampfli. Den Ausbau des Belichtungssystems im Vorraum und im Parthenonabschnitt, sowie die in diesem Bereich vorgängig angebrachten Rauchmelder für die zukünftige Brandschutzanlage führten Elektriker der Firma Etavis aus. Die Montage der schweren Reliefs übernahmen Mitarbeiter des Ateliers Stehlik, die übrigen Anbringungen und alle Verschiebungen erledigten die Herren Deschler und Marantelli von der Skulpturhallenwerkstatt.
Die Sonderausstellung «Stelai – Gedenktafeln antik und zeitgenössisch»
Vom 27. Januar bis zum 26. März war in der Skulpturhalle die Sonderausstellung «Stelai – Gedenktafeln antik und zeitgenössisch» zu sehen. Diese Ausstellung, die Ute Gottschall vorgeschlagen und konzipiert hatte, stellte Werke der bei Basel lebenden Künstler Nina Gamsachurdia und Bernhard Haering den Skulpturen der Sammlung gegenüber, wobei diesmal im Bezug auf die stelenartigen Werke von Gamsachurdia und Haering auch ansonsten nur im Depot gelagerte Grabstelen-Abgüsse eingebunden wurden.
Die Ausstellung wurde am Abend vor der Museumsnacht am 27. Januar eröffnet. Ein Begleitprogramm mit Konzerten und Führungen begleitete die Schau, die insgesamt aber nur wenig Interessierte anzulocken vermochte.
Die Museumsnacht 2006
Wie in den Vorjahren war das markante Ereignis zu Beginn des Berichtsjahres die Basler Museumsnacht am 27. Januar. Das Programm der Skulpturhalle lief diesmal unter dem Motto «Caesar & Kleopatra». Zu Gast waren zwei freie Mitarbeiter des Vindonissa-Museums in Brugg, die als «Caesars Leibgarde» auftraten und den Besuchern ihre Legionärsausrüstung erläuterten. Im Workshop «Bad der Kleopatra», durften Kinder mit Unterstützung der Firma Weleda einen Badezusatz herstellen und im hinteren Teil der Halle lief die Installation «Kleopatras Traum» eine Kunst-Produktion mit Musik, Wort und Video von Ruedi Linder, Pit Gutman, Orna Ralston, Monika Rechsteiner und Beat Toniolo. Besonders gut besucht war die Skulpturhalle zwischen 18 und 22 Uhr; namentlich der Kinderworkshop zog viele Familien an. Insgesamt zählten wir 1’219 Besucher. Für gastronomische und musikalische Unterstützung sorgte wie in den beiden Vorjahren Andreas Pliakas mit seiner Crew von der Rothrister Taverne «Mythos».
Sonstige Veranstaltungen
Die im Herbst 2002 begründete Reihe «Objekt des Monats» wurde auch 2006 fortgeführt – mit einem Unterbruch während der Umbauphase in den Monaten Juli bis September.
Am Donnerstag, 23. März trat der Zauberer Andino (Dr. Andreas Michel aus Koblenz) mit einem einmaligen Programm «Philozauber» in der Skulpturhalle auf und präsentierte dem begeistertem Publikum eine spannende Mischung aus Philosophie und Illusionskunst.
Am Pfingstmontag, dem 5. Juni fand im Rahmen des Musikfestivals «les muséiques» in der Skulpturhalle ein Matinee-Konzert statt: Die Solisten A. Ogrintchouk (Oboe), M. Rysanov (Viola) und V.J. Frey (Cembalo) spielten Sonaten von Telemann, Bach und Forquerai.
Auswärtige Aktionen der Skulpturhalle
Als Gegenleistung für den Gastauftritt zweier «Legionäre» an der Museumsnacht beteiligte sich die Skulpturhalle am 7. Mai am vom Vindonissa-Museum organisierten Römertag in Brugg mit einem eigenen Stand. Ute Gottschall und Tomas Lochman führten hier einen Abgussworkshop für Kinder durch, der rege genutzt wurde und namhaft zum Erfolg des ganzen Anlasses beitrug.
Für eine Kunstausstellung von Werken von sieben Schweizer Künstlern in den Schliesskabinen des Lagerhauses Casaforte an der Hardstrasse, die der Kunsthändler Vittorio Rizzi angeregt und realisiert hat, lieh die Skulpturhalle vier Abgüsse hellenistischer Frauenfiguren aus. Die Gipsfiguren der kauernden Aphrodite und anderer Frauenfiguren wurden grossformatigen Aktfotos des bekannten, in Paris und Zürich wirkenden Modefotografen Bruno Bisang gegenübergestellt. Diese Installation liess eine in kompositorischer Hinsicht verblüffende Verwandtschaft zwischen Bisangs Modellen und den antiken Frauenskulpturen zu Tage treten.
Der Leiter verfasste zu dieser Kunstinstallation eine kleine Broschüre: «Kabinen – Künstler – Körper. Zur Kunstvernissage in den Räumlichkeiten der Firma Casaforte», Basel, Hardstrasse 12–14, 31. Mai bis 30. Juni 2006
Vom 10. November 2006 bis zum 14. Januar 2007 ist im Museo d’Arte in Mendrisio die Ausstellung «Le più belle statue dell’Antichità – Die herrlichsten Statuen des Altertum. Gli antichi greci nelle copie della Skulpturhalle di Basilea» zu sehen. Diese Ausstellung, die auf ein Idee des Leiters des Museums in Mendrisio, Simone Soldini, zurückgeht, möchte in einer allgemeinen Übersicht die Bedeutung von berühmten antiken Skulpturen für die Kulturgeschichte Europas seit der italienischen Renaissance herausstreichen. Das Projekt hat die Skulpturhalle dank der leihweisen Überlassung einer signifikanten Auswahl ihrer Abgüsse ermöglicht. Darüber hinaus wirkte Esau Dozio als Gastkurator am Konzept mit. Zur Ausstellung ist ein von der Druckqualität her ausgezeichneter Katalog erschienen, zu dem auch Hausphotograph Andreas Vögelin hervorragende Aufnahmen beigesteuert hat, die er zuvor in einer intensiven Fotokampagne in der Skulpturhalle realisiert hatte. T. Lochman plant, die Ausstellung im kommenden Frühling auch in der Skulpturhalle zu präsentieren, allerdings in einer modifizierten Form.
«Le più belle statue dell’Antichità – Die herrlichsten Statuen des Altertum. Gli antichi Greci nelle copie della Skulpturhalle di Basile»a, hrsg. von S. Soldini und E. Dozio in Zusammenarbeit mit der Skulpturhalle Basel (mit Beiträgen von S. Soldini, E. Dozio, F. Fedi, T. Lochman und M. S. Martini), Katalog zur Ausstellung Museo d’Arte Mendrisio, 11.11.2006 – 14.1.2007
Die Bibliothek aus dem Nachlass Ernst Berger
Aus dem Nachlass von Ernst Berger erhielt die Skulpturhalle eine umfangreiche Büchersammlung, vornehmlich mit Werken zur antiken Skulptur. Die Bücher wurden von Esau Dozio inventarisiert und befinden zur Zeit noch unsortiert in der Skulpturhalle Es ist vorgesehen, die Bibliothek im ehemaligen Tonbildschauraum der Skulpturhalle einzurichten. Damit käme die Skulpturhalle zu einem regelrechten Forschungsarchiv, da sie bereits eine umfangreiche Foto- und Diasammlung besitzt, die zusammen mit den Büchern und persönlichen Archivmaterialien Ernst Bergers ein wertvolles Forschungsinstrument ergeben würde.
Die Aussenlager
Im Juni räumte die Skulpturhalle das baufällige Lager an der Baslerstrasse in Allschwil, nachdem sich dort im letzten Jahr der Zustand infolge von Wassereinbrüchen gravierend verschlechterte. Aus Sparüberlegungen heraus wurde das Lager sogar ersatzlos aufgegeben. Es beherbergte Abgüsse hellenistischer und römischer Skulpturen, die bereits in den 70er Jahren aus der Skulpturhalle ausgelagert worden waren, um mehr Platz für die damals entstehende erste Parthenonschau zu schaffen. Nach Zwischenstationen im ehemaligen Gefängnis Schällemätteli, den ehemaligen Räumlichkeiten der Krebsliga an der Mittleren Strasse 35 und einem ehemaligen Möbellager an der Missionstrasse 64, bildete von 1997 bis zum Berichtsjahr die Produktionshalle der ehemaligen Matratzenfabrik Billerbeck eine Bleibe für diese Skulpturen. Grössere und wichtigere Abgüsse wurden nun wieder – trotz akuter Platznot – in die Skulpturhalle gebracht, während leichter transportierbare Köpfe und Reliefs ins Aussenlager an der St. Jakobstrasse (ehemaliger Velokeller der DMS) gezügelt wurden. Dank einer neuen Umdisponierung bietet dieses Lager mehr Abstellraum als bisher.
Publikumsverkehr
Vom Januar bis zum Dezember 2006 haben insgesamt 6’350 Personen die Skulpturhalle besucht. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (23’500) eine markante Abnahme – eine natürliche Konsequenz der international bedeutenden und stark beworbenen Sonderschau «Bunte Götter» im Rekordjahr 2005.
Nach längerem Unterbruch nutzt das Archäologische Seminar seit dem Wintersemester 06/07 die Sammlung wieder für vereinzelte Seminare.
Der Kulturverein der Freunde Griechenlands führt in der Skulpturhalle mittlerweile regelmässige und ausgesprochen gut besuchte Veranstaltungen durch.
Neben dem Kulturverein mieten auch andere Vereine, Firmen und Privatgruppen die Halle immer häufiger für diverse Anlässe und Feste.
Erwähnt sei in diesem Jahr, dass Bernd Räber für seinen «Fan-Club Antikenmuseum (FCA)» – im Berichtsjahr in «Freunde der Skulpturhalle und des Antikenmuseums & Sammlung Ludwig (FSA)» umgetauft – in der Skulpturhalle vermehrt spannende Abendveranstaltungen mit verschiedenen Gastreferenten organisiert hat.
Erweiterung der Sammlung – Abgussverkäufe – Leihverkehr
Im Berichtsjahr wuchs die Sammlung um neun neue Abgüsse an. Von besonderer Bedeutung sind acht Abgüsse von römischen Skulpturen aus türkischen Museen, welche die Marburger Firma Ars Antiqua in Antalya, Manisa und Istanbul realisieren konnte. Die Abgüsse stellen eine wichtige Bereicherung unseres Bestandes dar, der bisher nur wenige Werke aus Kleinasien vereinte. Es handelt sich um folgende Skulpturen:
- Porträtstatue Alexanders d. Grossen aus Magnesia, Archäologisches Museum Istanbul
- Nemesisstatue aus Perge, Antalya-Museum
- Statue der Aphrodite mit dem Schild aus Perge, im Antalya-Museum
- Apollonstatue aus Milet, Museum von Istanbul
- Herastatue aus Side, Antalya-Museum
- Zeusstatue aus Perge, Antalya-Museum
- Fischerkopf aus Aphrodisias
- Tischstütze mit hängendem Marsyas und Schinder aus Magnesia, Manisa Museum
Die vier leicht überlebensgrossen Statuen 3–6 wurden vom Freiwilligem Museumsverein Basel angekauft.
Ferner kaufte die Skulpturhalle aus Genf den Abguss einer aus Ägypten stammenden und im Musée d’Art et d’Histoire befindlichen römischen Statuette eines schlafenden Sklavenjungen an.
Auch dieses Jahr wurden zahlreiche Abgüsse an diverse Institutionen und Sammlungen aus dem In– und Ausland verkauft. Für private Kunden sowie für die Shops im Antikenmuseum und der Skulpturhalle goss die Werkstatt über 200 Abgüsse aus. Einen Grossauftrag bildete die Bestellung eines Zweitabgusses der Athena Giustiniani (SH 947) seitens des Winterthurer Stadthauses.
Einzelne Personen und Sammlungen haben sich an die Skulpturhalle mit Leihgabengesuchen gewandt: Von besonderer Bedeutung sind neben den erwähnten Leihgaben für die Ausstellung in Mendrisio das Ausleihen des Modells vom Sunion-Tempel für die ArchiSkulptur-Ausstellungen in den Kunstmuseen von Bilbao und Wolfsburg sowie des Hephaisteionmodells für das Antikenmuseum und Abguss-Sammlung in Heidelberg.
Personelles
Tomas Lochman war im Berichtsjahr neben den üblichen administrativen und konservatorischen Arbeiten vor allem mit der Vorbereitung der neuen Parthenonausstellung beschäftigt und bereitete die kommenden Projekte («Antike im Kino», «Die herrlichsten Statuen der Antike») und vielfältigen Museumsveranstaltungen vor.
Ute W. Gottschall bereitete im Dezember 05 und Januar 06 die von ihr angeregte Ausstellung «Stelai» vor. Der damit verbundene zeitliche Mehraufwand führte – zusammen mit den Überzeiten aus der Zeit der Sonderausstellung «Bunte Götter» – dazu, dass Frau Gottschall infolge Überstundenabbau im restlichen Berichtsjahr fast gar nicht mehr zum Einsatz kommen konnte. Sie hat nur spärlich bei diversen Museumsaktionen und kurz vor der Eröffnung der Parthenonausstellung ausgeholfen.
Maren Saneh-Schaffner betreute Empfang, Kasse, Shop und die Besucherstatistik , Herr Christian Engler sämtliche Belange des Hausdienstes, der Reinigung und des Aufsichtsdienstes. Beide halfen bei sporadischen Einrichtungsarbeiten aus.
Niklaus Deschler, der Leiter der Abgusswerkstatt, und sein Mitarbeiter Graziano Marantelli stellten 2 neue Negativformen und insgesamt 213 Ausgüsse her. Das grösste Abgussprojekt der Werkstatt stellte die Herstellung einer Zweitkopie nach unserem Abguss der Athena Giustiniani dar, die das Stadthaus Winterthur in Auftrag gegeben hatte. Die Abform- und Ausgussarbeiten dauerten – mit Unterbrüchen – vom Juli bis September. Im Juni disponierten Herr Deschler und Herr Marantelli im Hinblick auf die Räumung des Allschwiler Lagers das Formenlager in der Pratteler Strasse sowie das Lager an der St. Jakobstrasse um.
Vom September bis November standen beide Mitarbeiter mehrheitlich in der Skulpturhalle im Einsatz, wo sie die mit dem Ab- und Aufbau der Parthenon-Giebelfiguren und der Montage der Metopen und Triglyphen beschäftigt waren.
Vom 1. März bis zum 31. Mai und vom 2. August bis zum 27. Oktober absolvierte die Archäologin Agathe Mauron aus Genf in der Skulpturhalle ein insgesamt sechsmonatiges Praktikum als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Frau Mauron wurde dabei in alle musealen Bereiche eingeführt. Ihre Hauptaufgabe bestand in den Vorbereitungsaufgaben für das Projekt «Antike im Kino». Darüber hinaus übertrug Frau Mauron alle Ausstellungstexte für die neue Parthenonausstellung ins Französische.
Am 1. November 2005 trat Herr lic. phil. Esau Dozio die Stelle des Volontärs am Antikenmuseum an, dies nachdem die vorherige Stelleninhaberin, Frau Marianne Mathys, ihre Anstellung infolge eines Forschungsprojektes frühzeitig aufgelöst hatte. Wie schon Frau Mathys wirkte Herr Dozio – abgesehen von kürzeren Einsätzen im Antikenmuseum einmal pro Woche – vornehmlich in der Skulpturhalle. Herr Dozio war an sämtlichen Arbeiten und Projekten beteiligt und wurde zu einer festen, verlässlichen Stütze im Ausstellungsbetrieb.
© Skulpturhalle Basel 2010 (barmasse.org)
