Ausstellungen
Griechische Spiele (Pro und Contra Sport)
Sonderausstellung vom 21. September bis 12. November 1972
Die olympischen Spiele gingen 1972 zu Ende. Waren sie zu Beginn als «heiteres Fest», als «schönste Nebensache», begrüsst worden, sind sie gegen Ende in einer Weise in den Mittelpunkt weltweiten politischen Interesses gerückt, die in eklatantem Gegensatz zur vielzitierten «olympischen Idee» steht. Die Initianten dieser Ausstellung in der Skulpturhalle Basel haben unter dem Eindruck solcher Ereignisse ihr ursprüngliches Konzept nur wenige Tage vor der Eröffnung geändert. Geplant war eine Konfrontation von Kritik und Verteidigung des Sportbetriebs heute und in der Antike. Aber dieses mit viel Ironie gewürzte Programm konnte nicht mehr relevant sein, nachdem «olympische Spiele und Politik» in einer ungeheuerlichen Verquickung erlebt worden waren, für die wir aus dem durchaus nicht makellosen Altertum keine wirkliche Parallele kennen.
Abbildung 1: Bronzener Faustkämpfer.
Die Ausstellung «Griechische Spiele», die in der Skulpturhalle zu sehen war, beschränkte sich darauf, sachlich zu informieren: was ging damals in Olympia oder in anderen Heiligtümern, die kultische Wettspiele veranstalteten, wirklich vor sich; was ist davon, in oft stark verwandelter und umgedeuteter Form, in der Neuzeit wieder aufgelebt?
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit des Schweizerischen Turn- und Sportmuseums und des Antikenmuseums, dem die Skulpturhalle angegliedert ist, konzipiert worden. Wir danken der Regierung von Basel-Stadt, dass sie die Durchführung mit einem namhaften Beitrag aus dem Lotteriefonds ermöglicht hat. Für Anregungen haben wir den Initianten der Hamburger Ausstellung «Griechische Spiele» (Museum für Kunst und Gewerbe) zu danken, die im Olympiajahr wohl als erste kritisch zu zeigen versuchten, dass auch das antike Vorbild der modernen Olympiaden keineswegs ohne Problematik war. Von der Hamburger Ausstellung durften wir auch den Plakatentwurf übernehmen. Für wertvolle Auskünfte danken wir K. Bartels, Zürich.
© Skulpturhalle Basel 2010 (barmasse.org)
