Historisches

Zum Gedenken an Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Ernst Berger
(* 26. Februar 1928, † 24. März 2006)

Ernst Berger gilt als einer der bedeutendsten Archäologen des 20. Jhs. Als ausgewiesener Skulpturspezialist und einflussreicher Museumsfachmann hat er sich international einen Namen gemacht.

Geboren wurde er in Basel. Von 1951 bis 1954 studierte er unter Karl Schefold an der Basler Universität. Die Dissertation schrieb er 1954 in München bei Ernst Buschor. Sein Rüstzeug für die spätere archäologische Laufbahn holte er sich auf verschiedenen Posten, so als Assistent von Ernst Langlotz an der Bonner Universität und als Kustos der Antikensammlung in Kassel. 1961 kam er in seine Heimatstadt zurück, dem Ruf folgend, das im gleichen Jahr gegründete Antikenmuseum aufzubauen. 1966 durfte Berger zusammen mit Margot Schmidt das neue Museum glanzvoll einweihen. Drei Jahre vorher realisierte Berger auch die Wiedereröffnung der dem Antikenmuseum einverleibten Skulpturhalle an ihrer neuen Adresse an der Mittleren Strasse.

Bild von Ernst Berger
Ernst Berger (26. Februar 1928 – 24. März 2006)

Unter der Ära Berger erfuhr die alte Skulpturhalle, die sich bis dahin zwar einer bestehenden Existenz erfreuen konnte aber eher ein Schattendasein führte, eine völlig neue Ausrichtung und Aufwertung. Unter seiner Leitung hat sich der Bestand der Abguss-Sammlung nicht nur verdreifacht sondern bekam auch dank der wissenschaftlichen Ausrichtung und Projekten eine damals völlig neue Dimension als Forschungsstätte und Rekonstruktionswerkstatt. Berger hat die Möglichkeiten einer Abguss-Sammlung und des Materials Gips derart konsequent genutzt wie kein anderer Forscher und Museumsmann vor und nach ihm. Dank Abgüssen trug Berger in zahlreichen glücklichen Rekonstruktionsvorhaben zusammengehörende Fragmente von Statuen und Reliefs, die im Original weit verstreut und unkomplett sind, zusammen. So gewann Berger z.B. die nur in Fragmenten überlieferte Achill- und Penthesilea-Gruppe wieder, oder vervollständigte statuarische Typen aus dem Oeuvre des Bildhauers Polyklet.

Als Lebenswerk darf aber zweifellos sein Parthenon-Projekt betrachtet werden. Was mit seiner Dissertation über die Rekonstruktion des Ostgiebels bei Ernst Buschor in München seinen Anfang nahm, wurde nun in grossem Stil weitergeführt, nämlich die Erschliessung der gesamten Bauplastik des Parthenon. Er vereinigte alle Elemente im Gipsabguss, sodass die Skulpturhalle zum Mekka der Parthenonforschung wurde. Zusammen mit Bildhauer Ludwig Stocker bemühte sich Berger in immer neuen Anläufen um die Rekonstruktion der beiden Parthenon-Giebel. Der internationale Parthenon-Kongress von 1982 war ohne Zweifel ein Höhepunkt in seiner Karriere. Seine Begeisterungsfähigkeit und Visionen, aber auch sein kritischer Sinn und Beharrlichkeit trugen dazu bei, dass das Basler Antikenmuseum und die Skulpturhalle internationalen Rang erhielten.

Die wichtigsten Schriften Ernst Bergers

Die wichtigsten Ehrungen