Der Parthenon in Basel

Süd-Metopen

Südmetope Nr. 4

ORIGINAL
1 Standort: London, Brit. Mus. 307
2 Breite: 126 cm (Br 164)
3 Zustand: Br 81

Astragale auf Rundstab der Metopenleiste plastisch ausgearbeitet. Bohrlöcher in beiden unteren Metopenecken, am 1. Oberarm des Jünglings; Eintiefung und Bohrloch am Kopf des Jünglings (Br 81: Haarband; Michaelis 131: Metallbinde oder Kranz).

4 Zugehörige Fragmente:
a) Kopenhagen, Nat. Mus. Nr. 13 (Br 81; 146 Nr. 230 Taf. 176, 2): Kopf und r. Arm des Kentauren (Bruch an Bruch).
b) Kopenhagen, Nat. Mus. Nr. 14a (Br 81; 146 Nr. 231 Taf. 176, 1): Kopf des Jünglings (Bruch an Bruch).

ABGUSS
6 Herkunft: London, Brit. Mus.
7 Zustand: Oberer Abschluss der Metopenleiste nicht abgegossen.
8 Fragmente: 4a-b einbezogen (vgl. hier Taf. 80-83).

ZEICHNUNGEN
Carrey 1674 (Br Taf. 149) mit besserem Erhaltungszustand; Pars 1765 (Br Taf. 172).

Metope Nr.04

MOTIV
Der Kentaur schleudert ein Wassergefäss, eine Hydria, auf den gestürzten Griechen herab, der sich mit dem erhobenen und auswärts gedrehten Schild nicht mehr schützen kann. Die Blickverbindung der Gegner ist wichtiger als die äussere Kampfhandlung. Die Aussage dieser Metope gehört zu den reifsten Interpretationen der parthenonischen Zeit. (Zum Schild und Wassergefäss vgl. Einleitung, oben S. 78.)

Die 1688 nach Kopenhagen gelangten Köpfe (Taf. 82f.) hat Carrey 1674 noch im ursprünglichen Zusammenhang gezeichnet. Zu seiner Zeit war auch von den Gliedmassen beider Gegner mehr erhalten, unter anderem auch das ausgestreckte Bein und der rechte Unterarm des Griechen. Auf der linken Seite des Jünglings hing ursprünglich ein Gewand herunter, das der Bildhauer längs der linken Flanke während der Ausführung getilgt hat (der Metopengrund ist hier roh gepickt; der untere Teil dieses Gewandes ist neben dem linken Unterschenkel und unter dem Gesäss jedoch stehengeblieben).

Zur Herkunft der beiden Kopenhagener Köpfe aus Athen vgl. M. Moltesen (PartheB Nr. 712) 56.