Der Parthenon in Basel
Das Architekturmodell
Das Modell wurde von Niklaus Deschler in den Jahren 1978/79 nach Plänen des griechischen Architekten Orlandos erbaut. Der Maßstab beträgt 1:20 und berücksichtigt sämtliche sichtbaren wie rekonstruierbaren Teile vom einfachen Quaderblock bis zu den Skulpturen – es sind mehr als 13’000 Einzelteile. Als Material diente zum grössten Teil Lindenholz. Die sich wiederholenden Bauteile wie Säulen, Triglyphen, Palmetten etc. wurden nach Prototypen in Kunststoff gegossen. Für die Herstellung der Bauplastik am Bau und der Kultstatue im Inneren wurden Bildhauer beauftragt (Mario Bollin, Michele Cordasco). Die Metopen wurden nach Wachsmodellen in Bronze gegossen, die Figuren aus Ton und Gips geformt. Beim Ost-, West- und Südfries konnte auf die freie Wiedergabe des Frieses zurückgegriffen werden, die der im Dienste der Wedgewood Manufaktur stehende Schotte John Hennings von 1817 bis 1821 in Schiefer hergestellt hatte (hier in Gipskopien). Die übrigen plastisch nicht mehr erhaltenen Metopen und Friesabschnitte wurden, soweit erkennbar, zeichnerisch rekonstruiert. Leer bleiben nur jene Felder (v.a. der Nordseite) die schon seit langem zerstört sind.
Abbildung 1: Frontansicht des Basler Parthenon-Modells.
Am Modell wurden folgende Besonderheiten berücksichtigt:
- Kurvatur (Wölbung) der horizontalen Bauglieder; die Höhendifferenz zwischen Ecken und der Mitte beträgt an den Langseiten ca. 12 cm (am Modell 6 mm) an den Kurzseiten 6 cm (am Modell 3 mm).
- Die Verjüngung der Mauerfluchten der Aussenwände und die Neigung der Stirnen der Vorhallenwände (Anten) nach aussen.
- Die Neigung der Säulen und des Gebälks nach innen.
- Der Fugenschnitt aller Blöcke bis hinunter zur Euthynterie (Oberkante des Fundaments)
Nicht berücksichtigt sind u.a.:
- Die Entasis (Schwellung) der Säulen.
- Die ursprüngliche farbige Fassung der gesamten Bauplastik sowie wichtiger architektonischer Teile.
© Skulpturhalle Basel 2008 (barmasse.org)
