Der Parthenon in Basel
Der Parthenon – Stationen der Erbauung, des Verfalls und des Wiederaufbaus
ca. 570–480 v. Chr.
Bau des ersten Athena-Tempels auf der Akropolis (sog. Urparthenon), der später durch den nie vollendeten Vorparthenon ersetzt wird.
480 v. Chr.
Persereinfall in Griechenland. Zerstörung der bestehenden Bauten auf der Athener Akropolis und damit auch des Vorparthenons. Im gleichen Jahr jedoch schlägt die griechische Flotte die Perser vor Salamis entscheidend.
449 v. Chr.
Friedensschluss zwischen Athen und dem Perserreich. Athen ist vorherrschende Macht in Griechenland.
448 v. Chr.
Der führende Staatsmann Athens, der General Perikles, lanciert den Wiederaufbau der Akropolis. Die künstlerische Oberaufsicht wird dem Bildhauer Phidias übertragen.
447–432 v. Chr.
Erbauung des Parthenons.
447–442
Anbringung der Metopen.
442-438
Anbringung des Frieses.
439/38
Einweihung des Kultbildes.
438–432
Fertigstellung der Giebelfiguren.
2. Jh. n. Chr.
Der Schriftsteller Pausanias verfasst die erste Beschreibung des Parthenons und seiner Giebel.
391 n. Chr.
Kaiser Theodosius verbietet heidnische Kultpraktiken. Der Parthenon verliert seine sakrale Funktion.
5./6. Jh. n. Chr.
Der Parthenon wird zur Marienkirche umfunktioniert. Dabei werden einzelne Friesplatten entfernt und an den Reliefs und den Giebelfiguren werden vielerorts die Gesichter abgeschlagen. Im 12. Jh. wird ein Kirchturm hinzugefügt.
15. Jh.
Griechenland wird durch die Türken erobert. Der Parthenon wird zur Moschee, der Kirchturm zum Minarett umgewandelt (1458).
1674
Jacques Carrey, ein flämischer Maler, dokumentiert mit seinen Zeichnungen sämtlichen damals noch erhaltenen Bauschmuck.
Abbildung 1: Von Jacques Carrey gezeichneter Westgiebel des Parthenon.
1687
Belagerung Athens durch die Venezianer. Beim Beschuss der Akropolis explodiert das von den Türken im Parthenon eingerichtete Pulvermagazin. Grosse Teile der Längsmauern stürzen ein.
Abbildung 2: Zeitgenössische Zeichnung der Explosion des Parthenon.18. Jh.
Die Ruine wird von zahlreichen Griechenlandreisenden «ausgebeutet». Zwischen 1786 und 1792 giesst der Gesandte des französischen Konsul, der Maler Louis-Sébastien Fauvel von einzelnen Architektur- und Bauschmuckteilen die ersten Gipsabgüsse ab.
1800
Lord Elgin besucht Athen und lässt den damals noch erreichbaren Skulpturenbestand nach England überführen. 1816 gehen die Elgin Marbles in den Besitz des Britischen Museums über.
1821–1832
Griechischer Befreiungskampf, die Türken werden aus Griechenland vertrieben.
1833
Erste archäologische Ausgrabungen auf der Akropolis.
1900–1929
Erste Rekonstruktionsarbeiten an der Ruine; alle Säulen werden wieder aufgerichtet.
1975
Beginn des ambitiösen griechischen Parthenon Reconstruction Project, das noch nicht abgeschlossen ist: Originalskulpturen werden durch Kopien ersetzt, schadhaftes und fremdes Material abgelöst, Teile der Architektur neu ergänzt.
1968–1986
In der Skulpturhalle verwirklicht Ernst Berger das Parthenonprojekt: Die in alle Welt verstreute Bauplastik des Parthenon wird im Abguss vereint und rekonstruiert. 1979 wird die erste Parthenon-Ausstellung eröffnet.
1982
Vom 4. bis 8. April findet in Basel der Parthenon-Kongress mit über 400 Wissenschaftlern statt.
Im August lanciert die damalige Kulturministerin Griechenlands, Melina Mercouri, erstmals ihren Appell an England, die Elgin Marbles nach Athen zurückzugeben.
2005–2006
Infolge Renovationsarbeiten wird die bisherige Parthenon-Ausstellung der Skulpturhalle im Sommer 2005 zwischengelagert und ein Jahr später in neuer Disposition wieder eingerichtet.
© Skulpturhalle Basel 2008 (barmasse.org)
