Sammlung
Genese der Basler Abguss-Sammlung
Die Skulpturhalle wurde am 22. Oktober 1887 an der Klostergasse 5 hinter der Kunsthalle mit ca. 150 Abgüssen antiker Skulpturen eröffnet. Zuvor war die um 1830 begonnene Sammlung in dem 1849 eröffneten Universitätsmuseum – dem heutigen Museum für Völkerkunde und dem Naturhistorischen Museum – untergebracht. Der von Oberst Merian-Iselin zur Hälfte finanzierte Neubau – ein tonnengewölbter Saal von ca. 550 Quadratmetern – musste 1927 wider geräumt werden. Der Kunstverein geriet nämlich damals in Platznot, weil er während des Neubaus des Kunstmuseums die Gemälde der öffentlichen Kunstsammlung in seinen Räumen provisorisch unterbringen musste.

Abbildung 1: Blick auf die klassischen und hellenistischen Skulpturen.
Die Abgüsse blieben bis 1940 in den Kellerräumen der Brauerei Cardinal magaziniert. Das Neubauprojekt der Skulpturhalle wurde 1936 in einer Volksabstimmung abgelehnt. Vier Jahre später konnte die Abguss-Sammlung in einer leerstehenden Fabrik in der Mittleren Strasse 33 provisorisch untergebracht werden. Der versprochene Neubau wurde erst 1963 mit einer Ausstellungsfläche von fast 2000 Quadratmetern realisiert, und zwar in der Mittleren Strasse 17 im Komplex des erweiterten Adullam-Spitales und Altersheims. Zwei Jahre zuvor wurde die Verwaltung der Skulpturhalle dem neugegründeten Antikenmuseum unterstellt.
Abbildung 2: Blick auf die Giebelskulpturen des Zeustempels in Olympia.
Es geht heute nicht mehr wie im 19. Jahrhundert darum, die Wertschätzung der Antike durch eine repräsentative Auswahl von Hauptwerken zu dokumentieren. Eine Abguss-Sammlung bietet die einzigartige und faszinierende Möglichkeit, die in den Originalsammlungen der Welt mehr oder weniger zufällig zerstreuten Hinterlassenschaften an antiken Skulpturen zu vereinen und wissenschaftlich zu erschliessen.
Der Bestand ist in den letzten 25 Jahren verdreifacht worden. Mit circa 2000 Exponaten ist die Skulpturhalle heute die grösste Abguss-Sammlung der Schweiz und eine der grössten der Welt. Ihren internationalen Rang erhielt sie vor allem durch die einmalige Vereinigung der gesamten Bauplastik des Parthenon-Tempels auf der Athener Akropolis.
© Skulpturhalle Basel 2008 (barmasse.org)
