April 2004: Das Grosse Attalische Weihgeschenk - die Galliergruppe
Eine der wichtigsten Leistungen der hochhellenistischen Kunst war die Steigerung des Stils und Ausdrucks zum Pathos hin und die Belebung der Komposition durch in verschiedene Richtungen ausgehenden Bewegungslinien. Es gibt wohl kein sprechenderes Beispiel dafür als die grosse Gallier- bzw. Galatergruppe, ein Meisterwerk der pergamenischen Kunst. Unter der Königsherrschaft der Attaliden in der zweiten Hälfte des 3. und der ersten Hälfte des 2. Jhs. v. Chr. erlebte die kleinasiatische Küstenstadt Pergamon nicht nur bedeutenden machtpolitischen Zuwachs, sondern auch eine kulturelle Glanzzeit, die in ihrer Ausstrahlkraft ebenso stilbestimmend für die gesamte hellenistische Kunst war, wie es Athen zur Zeit des Perikles für das gesamte klassische Griechenland war. Auftraggeber der Galliergruppe war der erste Pergamenerkönig Attalos I. (241-197 v.Chr.), der das Monument nach einem seiner Siege über die Kelten im Heiligtum der Athena auf der Burg von Pergamon aufstellen liess. Die Kelten - Galatoi auf Griechisch, bzw. Galli auf lateinisch - hatten sich seit dem frühen 3. Jh. v. Chr. in der nach ihnen benannten innerkleinasiatischen Landschaft Galatien angesiedelt. Mehrfach hatten sie auf Plünderungszügen auch das reiche Königreich der Küstenstadt Pergamon heimgesucht. An diese Schlachten sollte das grosse attalische Weihmonument erinnern.
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