Mai 2004: Der Apollon von Belvedere
Eine der berühmtesten Statuen der Antike stellt der marmorne Apollon dar, der im Belvedere-Hof des Vatikans ausgestellt ist, und der nach diesem Standort allgemein als "Apoll von Belvedere" bezeichnet wird. Der junge Gott präsentiert sich - bis auf die Sandalen an den Füssen und das um die Schultern geworfene und um den ausgestreckten rechten Arm geschlagene Mäntelchen (Chlamys) - fast gänzlich nackt. Er erscheint im leichten Ausfallschritt nach vorn; entgegen dem klassischen Kontrapost ist das Gewicht des Körpers nicht eindeutig auf ein Standbein verlagert, sondern beinah schwerelos auf beide Beine gleichmässig verteilt. Während der rechte Arm nach unten abgeht, ist der linke Arm weit zur Seite gehalten; in die gleiche Richtung ist auch der Blick des jungen Gottes gerichtet. Man muss in den gestreckten Arm den Bogen ergänzen, aus dem der Gott eben einen Pfeil abgeschossen hat. Sein weich gewelltes Haar ist über der Stirn zu einer doppelten Schleife verschlungen, einer Haarbehandlung wie sie sonst von attischen Frauenköpfen bekannt ist.
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