November 2009: Der Kasseler Apoll

Als 'Kasseler Apoll' wird eine fast vollständig erhaltene antike Statue auf Schloss Wilhelmshöhe in Kassel bezeichnet. Sie ist eine römische Kopie einer verlorenen griechischen Bronzestatue aus der Zeit um 460/50 v.Chr. Der Gott steht in vollständiger Nacktheit da, das Körpergewicht auf das linke (Stand)bein verlagert, das rechte (Spiel)bein entlastet und eine Fußlänge nach vorne gesetzt. Trotz dieses Kontrapostes berühren beide Sohlen gleichmäßig den Boden, was dem Gott bei der ungewöhnlich engen Fußstellung dennoch einen stabilen Stand verleiht. Bewegter sind die Arme: während der rechte herabhängt aber nach Außen abgespreizt ist, ist der andere Arm angewinkelt. In dessen Hand hielt der Gott - wie die zwecks Umklammerung angezogenen Finger belegen - einen Bogen mit Pfeilen, Attribute, die auf antiken Bildern dieses Gottes am häufigsten zu sehen ist. In der anderen Hand dürfte der Gott nur einen leichten Gegenstand gehalten haben, was die unbelastete Haltung des Armes und die lockere Fingerstellung gleichermaßen andeuten. Am ehesten kommt hier ein Kranz oder ein Zweig in Frage; dies untermauern die Bildzitate dieses Statuentyps auf römischen Münzen und Gemmen.

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 November2009_ApollonKassel.pdf (651 K)