September 2003: Die Marcia Furnilla

Die angeblich aus einer Villa der kaiserlichen Familie der Flavier stammende Venusstatue zeigt eine römische Dame in Gestalt einer nackten Venus; die Füsse von einer zierlichen Nebenfigur links stammen sicherlich von einem kleinen Eros. Die Damenstatue ist ein sprechendes Beispiel für eine spezifisch römische Gattung von Standbildern privater Personen in Göttergestalt, die in Gräberbezirken bzw. Ahnengalerien aufgestellt waren; es sind Marmorkopien bekannter griechischer Götterstatuen, denen statt des ursprüngliches Hauptes ein Porträtkopf des jeweiligen Bestellers "aufgepfropft" wurde. Eine sterbliche Person in einem Standbild einer Gottheit anzugleichen, diese gleichsam zu vergöttlichen, wiederspiegelt zwar eine in der Antike weit verbreitete Vorstellung, dass Menschen mit dem Tod in göttliche Sphären aufsteigen, galt aber in dieser "anmassenden" Art selbst für römische Sichtweisen als zu übertrieben.

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