Februar 2005: Die Marsyas-Schleifer-Gruppe
Die Marmorkopien des Messer schleifenden Skythen und des aufgehängten Marsyas gehen auf eine Gruppe zurück, die im späten 3. Jh. v. Chr. in Kleinasien entstanden sein muss. Die phrygische Sagengestalt Marsyas ist ein Silen - ein Mann mit tierhaften Zügen. Seine Wesensmerkmale sind die Spitzohren und der Pferdeschwanz und vor allem sein ungestümer Charakter. Er hat es gewagt, entgegen der Warnung der Göttin Athene, auf den von ihr erfundenen auloi (Flöten) zu spielen und dabei erst noch den Gott der Musik selbst, Apollon, zu einem Wettkampf mit dessen Kitharaspiel herauszufordern. Seine Hybris wurde nach verlorenem Spiel auf grausame Weise bestraft. Aufgehängt an einem Baum wurde ihm bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. Der Scherge, der für Apoll diese Strafe vollziehen soll, ist ein Skythe. Die Skythen gehörten einem Volksstamm Südrusslands an, der als besonders grausam galt. Der skythische Schinder hockt - nur mit einem kurzen Mantel bekleidet - vor einem Schleifstein, an dem er bereits das Messer wetzt, und blickt zu seinem Opfer empor.
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