September 2008: Die Nilgruppe im Vatikan
Die mächtige Figur stellt den ägyptischen Strom Nil dar. Der bärtige Mann liegt in der für hellenistische und römische Flusspersonifikationen allgemein üblichen Erscheinungsform nackt und in gelagerter Pose mit halb aufgestütztem Oberkörper da. Seinen Mantel hat der Gott unter sich ausgebreitet; nur ein Teil des Gewandes ist über den linken Unterarm geschlagen, ein anderer bedeckt seinen rechten Oberschenkel. Überall unter dem Gewand, insbesondere unterhalb seines linken Armes, sprießen die Quellen des Flusses hervor und verlaufen in regelmäßigen Wellen zu allen Seiten. Der Flussgott stützt sich mit dem linken Ellenbogen an einer Sphinx auf, dem Wahrzeichen Ägyptens. Teils auf seinem Unterarm, teils auf der Sphinx, liegt zusätzlich auch ein reich bestücktes Füllhorn auf, dessen untere Spitze der Gott mit seiner Hand festhält. Der andere Arm liegt entspannt auf dem rechten Schenkel, aus dessen Hand hängen Getreideähren herab. Der Kopf des Gottes ist nach links und leicht nach oben gewendet, die Lippen sind ein wenig geöffnet. Das Kopfhaar ist mit einem Kranz aus Lotosblüten, Schilfblättern und Ähren geschmückt. Diese Pflanzen sowie das Getreide in der Rechten und das mit Früchten reich bestückte Füllhorn drücken die vom Nil gespendete Fruchtbarkeit aus. Der spitze Gegenstand, der aus dem Füllhorn herausragt, meint keine Pyramide oder Obelisken, sondern ist wohl als Opferkuchen zu verstehen.
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